Gadelmacher

Spanschachtelmacher

 

Gadenfrau

Kleinhändlerin

 

Gahrnwinder

Garnzieher, steltte Web- und Nähgarn her

 

Gängler

Hausierer

 

Gärtner

Kätner = Kleinbauer, der ohne Pferde ackert.

Dann Garten(an)bauer, der die Grünflächen und Gehölze anlegt und pflegt

 

Gartenierer

Kunstgärtner

 

Gaisshirt

Ziegenhirte

 

Galanteriehändler

Händler mit Ziergegenstände

 

Galgenseiler

Seiler, der für den Henker die Seile herstellte. Der Henker benutzte für jede Hinrichtung ein neues Seil

 

Ganser

Gänsehändler

 

Gantner

 

Gantier

Handschuhmacher

 

Garber

Ledergerber

 

Garbrater

Schweineschlachter

 

Gardeauditeur

Justizbeamter bei der Gardetruppe

 

Gardener

Gärtner           

 

Gardereiter

reitenden Leibgarde des Herzog

 

Garderobier

Kleiderwart

 

Garneknecht

Netzfischer

 

Garneweber

Leinweber

 

Garnkäufer

Garnhändler

 

Garnmeister

der die Netze in Ordnung halten muß

 

Garnzuger

Garnspinner

 

Gassenfeger

Straßenreiniger    

 

Gassenmeister

Aufseher über Straßenreinigung

 

Gassenschlächter

Hausschlachter.

 

Gastgeber

Gastwirt

 

Gaulichter

Kerzengießer

 

Gebmuser

Speisenausteiler

 

Gegenschreiber

Kontrolleur

 

Gehegereuter

berittener Forstbedienter

 

Gehrmeister

Gerbermeister

 

Geigler

Geiger

 

Geischelmacher

Peitschenmacher

 

Geisler

Schlachter, Viehhändler

 

Gelbgießer                   

Messinggießer

 

Gelter

Steuererheber

 

Geltzer

Kastrierer

 

Gelzer

Schweineschneider  

 

Gemmenschneider

Edelsteinschneider

 

Gendarm

Angehöriger der Polizeitruppe

 

Genever-Brenner

Branntwein-Brenner.

 

Gengeler

Hausierer

 

Gensedryber

Gänsetreiber

 

Geräteschleifer

Werkzeugschleifer wie Messer, Äxte, Beile usw

 

Gerbensieder

Hefesieder

 

Gerichtsfrohne

Gerichtsbote

 

Gerichtsknecht

Gerichtsdiener

 

Erbkretschmar

Schenke, der eine Schenke erblich besessen hat

 

Gerichts-Wardein

Gerichtsknecht

 

Gerillhändler

Alteisenhändler

 

Gertner

Gärtner

 

Gerwer

Gerber

 

Geschirrdiener

Verantwortlicher für das Tafelgeschirr

 

Geschirrhändler

Händler mit Küchengeschirr

 

Geschirrmacher

Hersteller von Geschirr

 

Geschlachtwander

Händler in feinen Tuchen

 

Geschmeidler

Edelschmied

 

Geschworenenmeister

Zunftvorsteher

 

Gestellmacher

Stellmacher

 

Gestführer

Hefehändler

 

Gestütsmeister

Aufseher der Pferdezucht

 

Geter

Gießer

 

Gevollmächtigter

Bevollmächtigter

 

Gewaltiger

Scharfrichter

 

Gewandstopfer

Gewandweber

 

Gewelbherr

Großkaufmann

 

Gewender

Tuchverkäufer  

 

Gewettschreiber

Kämmereischreiber

 

Gewürzbräuer

Brauer, der ein Würzbier herstellte

 

Gewürzkrämer

Apotheker

 

Gezeltmeister

Zunftmeister

 

Gherdener

Gärtner

 

Giezzer

Gelbgießer

 

Giler

Landstreicher       

 

Gipser

Stukkateur

 

Gipsformer

Stellte Gipsmodelle für Keramik-, Metallgießen her

 

Gipsmacher

Facharbeiter, der aus dem Gestein durch Brennen und Mahlen Stuckgips herstellt

 

Glasaufbläser

Glasbläser

 

Gläsner

Glashändler

 

Glätter

Papiermacher

 

Glasbrenner

Glasschmelzer

 

Glasemaker

Glasbläser

 

Glazewerte

Glaser

 

Glasmeister

Besitzer oder Pächter einer Glashütte

 

Glaspalier

Glaspolierer

 

Glaspapiermacher

Papier, dessen Oberfläche mit Glasstaub bestreut ist

 

Glasschriver

Glasmaler

 

Glasträger

hausierender Glashändler

 

Glefener

Söldner

 

Gleser

Glaser

 

Gliedenfetzer

Bordellmutter

 

Glockenkorbträger

Almosenempfänger                           

 

Glockenläuter

Glöckner, niederes Kirchenamt

 

Glockentreter

Glöckner

 

Glossenmaker, Glotzenmacher

Pantoffelmacher

 

Glückstöpfer

Lotterie-Einnehmer

 

Glufenmacher

Stecknadelmacher

 

Gnadenbecker

B.B.Weißenfels 1661

Bäcker, der durch Gnadenerlaß des Landesherrn seinen Beruf ausüben darf, ohne Mitglied der Zunft (des Amtes) zu sein.

vergl. Freimeister!

Gr.: gnadenmeister = freimeister.

 

Gnadenmeister

Verdenh.: Freimeister (s.d.)

Krünitz: ein Meister, welchen das Handwerk aus Gnaden aufgenommen hat; s. Freymeister, ein unzünftiger Meister oder ein Meister, der...auf obrigkeitl. Befehl u. auf eine eingeschränkte Art in die Zunft aufgenommen wurde.

Grimm: Freimeister, ... welche aus Gnaden das Meisterrecht bekamen, jedoch in der Zunft sind, ... dahingegen andere Meister außer der Zunft, ... zu arbeiten die Gnade von der Landesobrigkeit erhalten haben.

 

Göltzenleuchter

Genealogie 1963 Heft 2 S. 399  

"Göltze, gälze, Gelze, nd. Gelte ist das beschnittene Ferkel."  "und leichten, lichten (mhd.) bedeutet kastrieren"

     Kastrierer, Schweineschneider.

Verd.: Golzer = Schweinekastrierer

Bahlow: Gölzenleichter = Schweineschneider.

Lex.: lichten = leichten, kastrieren.

 

Gogreve, Gograf (Gohgrefe)

Quell.z.Geneal. 1.Bd. S. 93 (Ehevertr.)

                  Gaugraf (Bahlow)

Verdenh.: Inhaber oder Vorsitzender eines Gogerichts ( das G. ahndete kleinere Vergehen, Übertretungen und Injurien)

Grossmann S. 20: "Landgograf"

 

Goheknecht, Gohknecht

Kopfsteuerb. Tl. 12 S.198 "Beruf 86: Hachmeister oder Goheknecht"

Brockh.: Go (Gau) im M.A. in Sachsen u. Thüringen ein der fränkischen Hundertschaft entsprechender Gerichtsbezirk m.d. Gografen als Leiter.

Wohl ein Bediensteter des Gaugrafen, dem die Pflege u. Abrichtung der Jagdfalken oblag.

vergl. Hachmeister!

 

Gold- u. Silberdrahtzieher

Gebh. 1688  ... fertigte mittels Zieheisen Gold- u. Silberdraht.

B.B.Cölln 1699: "gold- u. silberdrahtzieher."

vergl. Drahtzieher, Leonische!

Staß-Stein: stellten feine Gold- u. Silberdrähte her, auch unechte aus Kupfer mit dünnem Edelmetallüberzug, für Filigranarbeiten, Nadeln, Ketten, Gespinst und Gewebe (Brokat) aller Art.

 

Goldgräber

Geneal. 1963 Heft 6 S. 592          Abortfeger,

" ... der sowohl die privaten Abtritte als auch die Stadtgräben, in die Fäkalien geleitet wurden, zu säubern hatte."

Verd. G. = Abortreiniger.

 

Goldplätter, -plattierer

Lüb. 1838

Grimm: goldplätter = ältere Berufsbezeichnung für den Arbeiter,der Golddrähte durch Plätten in Goldlahn verwandelt.

vergl. Lahngoldmacher!

B.B.Cölln 1705: goldplätter = Goldglätter

Handbuch d.B.: Silber-, Goldplattierer schweißt (plattiert) auf Platten von unedlem Metall Silber-, od. Goldbleche ... durch Drücken und Walzen auf.

Staß-Stein: befaßten sich mit dem Plätten von Gold- u. Silberdraht (Lahn), wohl auch mit der Herstellung plattierter Waren, wobei das dünne Blattmetall durch mechanischen Druck mit der Unterlage vereinigt wurde.

 

Goldpresser

Stuttg. 70

Handbuch d.Berufe, Magdeburg 1927.

"Goldpresser, berufsverwandt m. Goldschläger. Schmiede- u. Presserarbeit am Fallhammer bei Verwendung von Preßstahlstangen zum Formen u. Prägen bestimmter Formen."

 

Goldschläger, Goldsleger

stellt das zum Vergolden benötigte Blattgold her; Goldschlägerhaut zur Herstellung des Blattgoldes benutzte Haut aus der äußeren Haut des Ochsenblinddarmes. (Brockh.)

goltsleger, goltsleher, goltslegil = Goldschläger (Bücher)

B.B.Cölln: goldschleger, goltschleger.

Handbuch d.B. Blattmetallschläger, Blattgoldschläger.

Histor Bezeichnungen: Goltslaher, Goltschlager, Echtgoldschläger; stellen Goldblatt bir zu einer Dünne von 1/11000 mm her.

 

Goldslegher

Höhler:  Goldschmied.

Verdenh.: Goldschläger = Blattgoldmacher.

vergl.: Goldschläger.

 

Goldsmyt, Goltsmed, -bote

Goldschmied (Hennings)

goldsmyd, goltsmit, gultsmyt (aurifaber) = Goldschmied (Höhler)

sulverberner = Silberbrenner (G)

B.B.Cölln: goltschmidt

B.B.Hannov. : Goltsmed.

Lütgendorf: Goldschmiedbote = Bote des Goldschmiedeamtes bzw. Zunft.

 

Goldspinner(in)

Potthoff S. 110

goltspinnern   (Bücher)

Nach Pagel,  Die Hanse, gab es in Köln eine Zunft der Goldspinnerinnen

Handbuch d.B. Drahtspinner (Gold- u. Silberdrahtspinner) gehören zu den Drahtwarenmachern.

Staß-Stein: fertigten Gold- u. Silbergespinst. Es wurden Seidenfäden mit feinstem Gold- u. Silberdraht umsponnen, dann zu Tressen, Spitzen, Borten verarbeitet, auch in Seidenstoffe eingewebt.

 

Goldsticker

Carl Schulz S. 102.    1768

Haem.: Gold- u. Silbersticker (ohne Erklär.)

Gr.: "eine person, welche allerley figuren mit gold- oder silberfäden auf andere dinge stickt."

 

Golgasdrucker

2.B.B.Osterode, 1788:   "Hey aus Mühlhausen, Golgasdrucker."

Gr.: Golgas = gedruckter englischer (türkischer) Flanell.

Golgas = türkisches Wort. (38)

Haem.: Gold- u. Silberpapierdrucker.

 

Goliarde

Hennings-Stahl, Musikg. Lübecks S. 12   "Diese Clerici vagi oder Goliarden bildeten um die Mitte des 13. Jh. eine Landplage"   "entlaufene, dem verlockenden Wanderleben zugeführte Kleriker"

Brockh.: Goliarden = fahrende Spielleute des M.A.

 

Golschenweber

Verdenh.: eine Art Tuchmacher

Krünitz: Golsch, obd. eine Art Barchent mit blauen Streifen, das bes. zu Ulm verfertigt wird, wo dieses Wort auch Kolsch oder Kölsch lautet.

Grimm: Golsch, ein blau u. weiß, überhaupt farbig gestreifter oder gewürfelter grober Baumwoll- oder Leinenstoff.

 

Goltgreber, galtgreber

Kanal-, Abtritträumer (Bücher)

vergl. Bachstecher!

 

Gördeler, gördemaker

Magdeburg 1330

Gürtler (s.d.)

Gordeler, Lübeck (Hennings)

gorteler, gurteler, gurtler (Bücher)

Bartenstein (S. 45) unterscheidet (13. Jh.) Schwarz- u. Rotgürtelmacher. Später tritt diese Unterscheidung nicht mehr auf.

 

Gorteler, Ghordere

siehe Gördeler! Ghordelser

B.B.Hannov. 1368: ghordere       Gürtelmacher.

Kraack, Flensb. Ghordelser = Gürtler.

 

Gortelselder; Gortemaker (ndt)

Grützeverkäufer;  Gorte = Grütze (Hennings)

Gortemaker = Grützenmüller (Verd.)

Wehrm.: Gortemaker, Grützmacher.

 

Gouillocheur

Stuttgart 70

Keyser: Guilloche = regelmäßig verschlungene Linienzeichnungen, für Wertpapierdruck, da schwer nachzuahmen;

Brockh.: Guilloche = Muster aus regelmäßig ineinander verschlungenen Linien, auf Gegenständen aus Metall, Elfenbein, Holz u.a. zur Verzierung, auf Geldscheinen, Urkunden zum Schutz gegen Nachahmung.

 

Goyenschütze

Siegf. Seeler, Lütau S. 21 (Stadtbibl. G 510,6  Sonderheft 14)

Mitglied der Schützengilde.

Mens.:"Gogen,Gojen = Papagei, der Vogel nach dem geschossen wurde.

Papagoien-gill = Schützengilde."

 

Grabenarbeiter

v.Kempen S. 57; 933 (1895) 

"Lattenschneider, später Grabenarbeiter in Lautenthal."

Ein bei der Anlage u. Instandhaltung der Kunstgräben beschäftigter Arbeiter (der Lautenthaler Kunstgraben führte Innerste-Wasser von Wildenau nach Lautenthal, so daß in Lautenthal ein Gefälle von etwa 50 m zum Betrieb von Bergwerksmaschinen genutzt werden konnte-)   Dammgraben bei Altenau, Rehberger Graben beim Oderteich usw.

 

Grabenfeger, Grabenknecht

Geneal. 1963 Heft 6 S. 492

Reiniger der Stadtgräben, in die die Fäkalien geleitet wurden.

vergl. Goldgräber, Heimlichkeitsfeger!

 

Grabenmeister

Brehmer, Baugeschichte Lübecks S. 39   "Die techn. Leitung (beim Bau der Wälle) ward 1476 dem aus Königsberg stammenden Grabenmeister J.Grever übertragen."

              Techn. Leiter von Erdarbeiten.

modern etwa: Tiefbauingenieur.

Geneal. 1964 Heft 1 S. 35   "Unter den für die mittelalterl. Hygiene sorgenden Berufen erblickt man ... den Gr. ..."

 

Grabenschreiber, Gravenschriver

Tb. Jacobi 1655             "bei der Burg wohnend"

Lüb.Schoßb. 1633 S. 69          "Gravenschriver"

Lasch-Borchl.: gravenschriewer = Beamter des Grabenamtes

 

Gräber

Wunder, Christburg S. 72   "Der Gräber fand bei den häufigen Grabarbeiten der Dörfer sicher leicht Beschäftigung". "Jeder Dorf-bewohner war verpflichtet, ... seine Gräben in Ordnung zu halten."

Bahl.: Graber, Grabert = Gräber, Totengräber

Frischbier: einer der gräbt.

Haem.: Gräber = fossor.-   fossor = Gräber, Ackerknecht.

B.B.K-lautern S. 170:  Gräberzunft (1611)

  "           "      S. 277: "In K-lautern waren alle mit Erdarbeiten Beschäftigten u. dazu die Tagelöhner zur Gräberzunft zusammengefaßt."  Aber in der Schatzungsliste 1656 (S. 172) ist keine Gräberzunft mehr aufgeführt.

 

Grabner, grabener, grebener

Graveur, Eisengräber, Stempelschneider (Potth. S. 130)

grabener, grebener, der in Metall eingräbt, Graveur. (Bücher:)Die Bezeichnung kommt mehrfach als Beiname für Goldschmiede vor .

 

Gradradirer          (Künzig)

wahrscheinlich Schreibfehler.

Gradirer = Arbeiter in den Gradierhäusern, welche die Sole mit Schaufeln gegen die Gradierwände gießen. (Grimm)

Das Wort Gradradirer ist in keinem Wörterbuch zu finden.

 

Gräfe

Fischer,Die Stisser ... in Nordd.Fam.kde 1964 S. 409  "+ Jork bei Stade 1825.  Gräfe des Altenlandes." 

(D.G.B. 113  S.63/64)

Verd.: Gebe = Dorfschulze, Gemeindevorsteher

Lex.: Grâve = Königl. gerichtsvorsitzender; graf (md. grâbe, grêve, grêbe)

 

Grafen-Schufer

Tb. Dom 1668

Grabenschaufler , -schipper

Sch.-L.: graft, grave = Graben, Grube

          gravemeister = Grabenmeister

                 schuffel = schaufel

Lasch-Borchl.: gravenschriever = Grabenschreiber, Beamter des Grabenamtes.

Mens.: graafschüffel = Spaten,    schuffel = Schaufel,

                    schuver = Schieber (Werkzeug beim Backen)

 

Graminator

graminator, papularius, pabulator = Fütterer (Höhler)

pabulor = Futter holen, füttern.

 

Grandhändler

B.B.Insterburg S. 81              1777                         (MTT)

wahrsch. Getreidehändler

Staß: Granhändler = Getreidehändler (Fr.!)

Frischb.: Getreidehändler.

Brockh.: Grand = 1) grober Kiessand  2) oberd.: feine Weizenkleie

Mens.: Grand = grober Kiessand

 

Granenschleper

Tb. Jacobi 1636

Sch.-L.: gran = Granne, Ährenspitze

Staß: Granhändler = Getreidehändler

          Getreideschlepper, -träger.

Vielleicht verschrieben oder verlesen:        Kahnschlepper? Prahmschlepper?   Getreideträger?   Sandträger?

Gr.: grannenkorn

 

Gran-Händler, Grauenhändler

Schütz, B.B.Gumbinnen 1760   "Kaufmann u. Gran-Händler."

1772:  "Mältzenbräuer u. Gran Händler, Großbürger am ..."

B.B.Gumbinnen 1808: "Gewürzkrähmer u. Granenhändler"   "als Gran u. Garnhändler."

Frischbier: Gran, von dem lat. granum = Getreidekorn. Granhandel = Getreidehandel.  

                                                    Garn = Netz zum Fischfang, besonders das große Netz Staß-Stein: Gran- oder Grauenhändler = Getreidehändler.

 

Grapengeter   / Grapengießer

Hersteller von eisernen KochTöpfen mit drei Beinen, der Grapen.

fusor, ollifusor, cuprifaber, gropengeter = Grapengießer (Höhler)

Staß-Stein: Eisentopfgießer. Grapen waren dreifüßige KochTöpfe, die auf das offene Herdfeuer gestellt wurden.

 

Grapensieder

Felix Plage, Frankfurt a.d.Oder wie es war u. wurde. Frankf./O. 1928  S. 14   "Die Einteilung der Stat nach ihren Vierteln ... Pfarr-Viertel, Nonnen-Viertel, Grapensieder-V. u. Tuchmacher-Viertel."

Wahrscheinlich: Grapengießer.

Bieder-Pohlandt, Frankfurt a/O, Ffr. 1886 nennt die Stadtviertel: Grapengießer-, Pfarr-, Nonnen-, Judenviertel.       (Stadtbibl. 1928 B 130.-  Stadtbibl. 1944 A 2219)                  

 

Grapper

Ribbe-Henning S. 277                 Salzsieder.

Verd.: Salzverlader

Schm. Grapper = Arbeiter beim Laden der Salzwägen.

 

Graufärber

Ribbe-Henning S. 277

                        Lodenfärber.

 

Graupenmüller

Magd.Adr.

Graupen: enthülstes u. oft zerkleinertes Gersten- oder Weizenkorn (Brockh.)

Graupenmühle = Mühle zur Herstellung von Graupen (Grimm)

 

Gräupner

Verdenh.: Vorkosthändler

Grimm: schles. seit dem 16. Jh.       Victualienhändler

Bahlow: Graupner, Greupner = Hersteller bzw. Verkäufer der Graupe. Sie handelten mit Graupe, Grütze, Hülsenfrüchten.                  

 

Grautücher

stellte ein ziemlich grobes Wollgewebe, das sich flauschartig anfühlte, her.(Potth.)

 

Grawerksmaker, Grauwerksmacher

Verdenh.: Grauwerk = Pelzwerk aus dem grauen Winterpelz, bes. der in Rußland u. Sibirien lebenden Eichhörnchen, Feh.

 

Greisler

Verdenh.: Vorkosthändler, Grützehändler

Grimm: Greißler = Victualienhändler.

 

Gremp(l)er

Nebinger:“9.111.1493 Hans Turn, der Grempe, aus Bobenberg“

Grempe, Grempel od. Grempler = Krämer, Höke, Trödler (Krünitz)

Grimm: elsäss. Wort: Trödler, Höker, Händler, bes. mit Victualien, Eiern, Geflügel usw.

Verd.: Gremp(l)er, Krämper = Trödler

 

Grenadier

Schäfer, Eheschl. Messel 1692

Gr. ... ursprünglich zum Werfen von Handgranaten bestimmter Soldat, später einfacher Soldat bestimmter Infanterieregimenter, bes. der Garde. (Brockh.)

 

Grenzaufseher, -kontrolleur

v.Kempen S. 102, 1770:   "Grenzaufseher in der Wiese bei Bahrdorf"  (um 1880)

v.Kempen S. 98, 1695 / 5417:   "Br. Grenzkontrolleur."

Gr.: Beamter zur Beaufsichtigung der Landesgrenze;  Zollaufseher.

 

Grenzschreiber

Bruhn, ... Magistrat ... Tribsees, in Ostd.Fam.kde 1968 S. 18

"seit 1777 Grenzschreiber u. 1779-98 Zollverwalter"

Schreiber an einer Grenzzollstelle.

 

Grenzschütze

Kopfsteuerb. Tl. 1 S. 58

Gr.: ein Jäger, dem ein Grenzrevier (bes. bei feindseliger Nachbarschaft) anvertraut ist mit dem besonderen Auftrag, das überwechselnde Wild abzuschießen.

 

Griebenmacher

Nebengewerbe der Schweineschlachtung; stellten aus dem Rückstand der Schmalzbereitung Kuchen zur Hundenahrung her. (Potth.)         

 

Griepmacher

Raute (1648)             Netzmacher.

Mens.: Griep = "kleines Netz zum Fischfang", "Greifnetz" , aus Glipp, Gliep entstanden durch Anlehnung an griepen.

Glipp, Gliep = Netz zum Fischfang, Vogelfalle.

 

Grobbäcker, großbecker

stellte das grobe Kornbrot des tägl. Bedarfs her. (Potth. S. 117)

großbecker = Brotbäcker (Bücher)

Klüver, B.B.Oldesloe: Grobbrotbäcker.

Grönh.: Grobbäcker gehörten nicht zum Amt. Wer ein Haus mit Backgerechtigkeit besaß, konnte, wenn er wollte, Grobbrot, also Roggenbrot backen.

 

Grobbinder

Faßbinder (Haem.)

Bock unterscheidet: Groß- oder Schwarzbinder fertigt große Fässer für Weinkeller u. Brauereien, auch gr. Gärbottiche. Der Klein- oder Faßbinder ist der landläufige Böttcher, auch Böker genannt. Er stellt die gewöhnlichen Fässer her, Eimer, Butterfässer, Waschtubben usw.

vergl. Boddeker!

 

Grobgrünfärber

Penners-Ellw. S. 365  - 1610 -        "auff einen Leinen-Zwirn und Grobgruen-Ferber"

Färber für "grofgrün", grobe Stoffe.

siehe: Grofgreinmaker.

Sch.-L.: grofgrön "Das Wort findet sich in alten Chroniken ... nicht selten, u. es wird in der Regel eine Art grobes, gewirktes Zeug, eine Art Rasch darunter verstanden. ... Die letzte Silbe bedeutet nicht grün, sondern ist aus granum (grain) gebildet.

 

Grobgrün Wirker

B.B.Weißenfels 1607

siehe Grofgreinmaker! Hersteller von Grofgrün, einem groben Stoff.

Gr.: Grobgrün; aus frz. grosgrain ( dickes Korn) entstellte Bezeichnung verschiedenartiger starkfädiger Zeuge; meist von Wollstoffen geringer Qualität, doch auch für Seidenstoffe.

 

Grobschmied, Grob-Schmidt, Groff-Schm.

beschränkte sich auf die Herstellung einfachster Werkzeuge, des Beils, der Axt, der groben Nägel (Potth.)

Schütz, B.B.Gumb. :Grob Schmidt.

Handbuch d.B.: Feuerschmied = Grobschmied;  "Die Bezeichnung Feuerschmied stammt daher, daß der F. nicht in Verbindung mit einem Ofen, sondern an der Schmiedeesse, dem offenen Herdfeuer arbeitet; die Bezeichnung Grobschmied hat ihren Ursprung in der vorwiegend gröberen Verarbeitung von Gegenständen, bei denen es nicht auf Genauigkeit von wenigen mm ankommt."

Groffschmied (Stargarder Bürger 1567) ZA 2079.

 

Grobtuchmacher

Raute,  B.B.Ratzeburg  (1641):  Grobtuchmacher

                               (1646): Kleintuchmacher

                               (1675): Kleinbreittuchmacher

                               (1678): Schmalbreittuchmacher

W.Fink: Grobtuchmacher                                             

Text.-Mus. Neumünster: "dürften diese Weber sowohl schmale Tuche (bis 1,40 m Breite) auf Einmannwebstühlen als auch breite Tuche (bis 2,50 m Breite) auf Zweimannwebstühlen gewebt haben."

 

Gröenkenmacher

Penners-Ellw. S. 291 "Gröenkenmacher 1592"

Mensing: Grön-bittern = Magenbitter, für den Hausgebrauch aus Wröng (Wermut) hergestellt.

Hersteller von Grönbittern, Kräuterlik”r.

 

Groffmaker

Spieß, Braunschweig S. 260.

"Die Lakenmacher, die sich mit der Herstellung des gemeinen Lakens abgaben, wurden als "Groffmaker", ihre Tuche als "Groveken" bezeichnet.

vergl. Grofgreinmaker!

 

Grofgreinmaker, Groffgrünmaker

Verfertiger von grobem gewirktem Stoff.  Lübeck (Hennings)

Sch.-L.: grofgrön : das Wort findet sich in alten Chroniken u. Kleiderordnungen nicht selten, u.es wird in der Regel eine Art grobes, gewirktes Zeug, eine Art Rasch darunter verstanden.- Der Holländer sagt "grofgreyn". Die letzte Silbe bedeutet nicht grün, sondern ist aus "granum" (grain) gebildet.

 

Grofhouwer   /   Exenhouwer   /   Holthouwer

Lübeck 1593                    Lübeck 1332           Wernigerode

Zimmermann.                Grobhauer,         Axt-. Holzhauer.

 

Gropengheter, groper

B.B.Hannov.          Grapengießer (s.d.!)

Grapen = eiserne KochTöpfe mit drei Beinen.

Sch.-L.: gropengeter = Topf-, Kesselgießer, Kupferschmied.

grope, gropen, grape(n), = Topf, Kessel, irden oder von Metall.

Fuhse unterscheidet: Grapengießer = Metallhandwerker;

                               Groper, Graper = Töpfer, der irdenes Geschirr herstellte.

 

Groper, Gröp(el)er

groper - lutifugulus = Töpfer (Höhler)

B.B.Hannov. 1421 groper

            1452 gropengheter

Gropengießer.

vergl. Grapengeter!

 

Gropper

Verdenh.: Salzverlader, Salzfuhrmann

Grimm: Salzwirker;

bair.Bergrecht:Arbeiter, so die Salzwäglein laden; auch Spediteur.

 

Groschegärtner

Mottok, Militär-K.B. Neumittelwahre, in Ostd.Fam.kde 1962 S. 82

   "Groschegärtner in Klenowe"  (1801)

Gr.: Bez. eines kleinen Dorfsassen.

 

Großbürger

Seeberg-Elverfeldt, Bürger ... Angerburg S. 6      "1617 S.d.seel. Richters in A."                          (MTT)

Staß: Gr. waren in Königsberg Zunftmitglieder der Kaufleute u. Mälzenbrauer."

Frischbier: Gr. = in kl. Städten Haus- u. Grundbesitzer. Zur Zeit des Ordens erhielten Ansiedler in Städten Häuser mit Braugerechtigkeit den Ehrentitel Großbürger.

 

Großkotsaß

Gr.: Großköt(n)er = ein größerer Kötner

Duden: Kotsaß = nd. Kötner.

 

Großschäffer

Meye, Geschichte d.Stadt Gilgenburg. Gilgenburg 1926 (Stadtbibl. A 2075) S. 33/34.:   "Der Großschäffer von Marienburg bucht im Jahre 1404 insgesamt 137 1/2 Mark, die ihm ... der Bruder des Pfarrers in G. für flandrische Tuche schuldet."   "Der Großschäffer von Königsberg hat in G. ... 1400 ... einen eigenen Wirt"

Staß:  Gr. = zwei in Königsberg u. Marienburg residierende Ordensbrüder, die den zentralistisch organisierten Handel ... leiteten.

 

Großuhrmacher

Carl Schulz S. 30,   1773

Verd.: Großseigermacher, Turmuhrenbauer.

Staß:   Gr. stellt Wand- u.Turmuhren her, nicht aber Taschenuhren; diese fabriziert der Kleinuhrmacher.

 

Grote Segel

Spanuth, Hameln S. 130, Ratsliste von 1450; S. 129:   "Zwei andere (Ratsherren) verwahrten das große u. kleine Stadtsiegel (grote segel und secret)"

Mens.: Segel = Siegel.

 

Grottenmeister

Kaeber, B.B.Berlin.

Gr.: Grottenarbeit, eine Art Mosaikarbeit, zunächst zum Ausschmücken des Innern einer Grotte.

Gr.: Grottenarbeit heißt man in der Baukunst alle diejenige, welche aus mancherlei Muscheln, Kristallen, Markasiten, Eisen-schlacken, Steinen u. anderen versteinerten Sachen zusammengesetzt wird.

Gr.: Grottenkünstler, der die Kunst versteht, Grotten anzulegen u. auszuschmücken.

 

Grottier

B.B.Stuttgart, Nr. 844    "Frstl. Grottier"

vergl. Grutherr = Gruter = Hersteller der Bierwürze, Brauherr.

Nägele, B.B.Stuttgart: Hofbediensteter

           "                "     Herzog Johann in den Jahren 1613-1621 beim Lusthaus eine berühmte Lustgrotte mit Wasserspielen, bewegl. Figuren usw. hatte errichten lassen. Also : Grottenbauer.

Gr.:  Grottenwerk: künstl. Felsanlage ... in älterer Gartenbaukunst viel verwendet.

 

Grubenköhler

Kopfsteuerb. Tl. 11 S. 18

Gr.: Gruben- oder Liechtköhler im Gegensatz zu den Meilerköhlern.

Gr.: Lichtköhler = Kohlenbrenner, welcher Reiser u. Buschwerk in Gruben verkohlt.

 

Grünfischer

Wiedemann S. 68   (Nach Wiedemann) zum Nahrungsgewerbe gehörig.

Haem.: Grünfischer (ohne Erklärung)

Rüppel: Gründlingsfischer??  nein!

Koch, S. 50: "Verzehrt wurden hier (Kloster) wie am Hofe Heringe, Stör, Neunaugen ... Krebse sowie Stock-, Grün-, Klein- u. Bratfische u. Aale."

Grimm: Grünfisch = frischer Fisch

Grünfischer = Fischer, der frische Fische verkauft, gegenüber "gesalzenfischer".

 

Grünhöker

B.B.Kiel, 3821 (1749)

Mens.:  Gemüsehändler.

 

Grütmaker, Gruttemaker, Grotmaker, Gortemaker

                     = Grützmacher, Grützmüller. Lübeck (Hennings)

Grüttmaker = Händler (?) mit Mehl, Grütze, Graupen (Schu)

Grützenmüller: stellte aus Hafer u. Buchweizen Grütze her. Meist im Nebenberuf. (Bock)

Momsen: In einem Berufsverzeichnis von 1797 werden sie 'Grützquernmüller' genannt. (S. 115)

 

Grütz-Messer

Adr.Cal.   "bey der Land-Mehlwage"

städt. Angestellter für die rechte Handhabung der Maße u. Waage.

vergl. Kornmesser, Hopfenmesser!

 

Grützner

Strehlau, Ausw. Bürger in Lissa, in Ostd.Fam.kde 1970 S. 268

"  * 1690, Grützner in Lissa"

Mitzka:  "Krämer, Gräupner, Höckler"

Gr.: Grützner = Grützmacher, Produktenhändler.

Was.     "      = Grützemüller.

 

Grutherr

Aders, Das verschollene älteste B.B.d.Stadt Münster (1350-1531) Münster 1960 (Stadtbibl.1960 A 338:5)

 "Listen der Bürgermeister, Ratsherren, Richter, Schöffen, Wein- u. Grutherren ..."  (S. 14)

Verd.: Gruter = Grüter = Hersteller der Bierwürze, Brauer.

Wasm.: Grüter = Hersteller der Grut (Bierwürze)

Bahl.: Grüter = Brauer, der mit Porst (mnd.: Grut) braute statt mit Hopfen.

     Brauherr.

 

Gschlachtgwandter

Heller, Ostdeutsche ... München, in Ostd.Fam.kde 1958 S. 64:

"1607 ... Gschlachtgwandter  (Tuchmacher)"

Verd.: Geschlachtwander = Großhändler in feinen Tuchen.

Was.: Geschlachtwanderer = Großhändler in feinen Tuchen.

Gr.: Geschlachtgewandner : feintuchweber.

 

Gschmeidler

Wodiczka, Budweiser Familien in Ostd.Fam.kde 1963 S. 209

"Gschmeidler. 1621 Geburtsbrief"

Was: Geschmeidler: Edelschmied, Goldschmied, Juwelier.

Lex.: gesmide = metall, metallschmuck, geschmeide.                 

 

Gstadlmacher

Ribbe-Henning S. 277

      Tütenmacher

Verd.: Tütenkleber.

 

Guardein, Guardian

B.B.Cölln 1580: "guardein oder munzprobirer" = Wardein, Münzprüfer

Lütgendorff:     " die Katharinenkirche ... dürfte ... ein Werk des Bruders Emeke sein, der als Guardian des Klosters seit 1351 den Bau leitete."

Keyser: Guardian = Klostervorsteher.

 

Guardi-Knecht

B.B.Stuttgart Nr. 582, Nr. 718:" fürstl.Leib Quardi-Reutter"

Leibgardereiter (Nägele B.B.St.)

Gr.: Garde, Gwardi = wache

der gardist hieß gwardiknecht.           Gardist.

 

Guardj leutenampt

B.B.Cölln: Guardileutnant

Garde = Schutz-, Leibwache

vom it. guardia = spähen, schützen (Wasserzieher)

 

Gubernator

Piepkorn S. 119: "1454 wurde er vom König (Polen) zum >Gubernator von Preußen< ernannt.

Staß: 1) Gouverneur, Statthalter

      2) Steuermann eines Schiffes.

lat.: gubernator = Steuermann, Lenker.

 

Gubernialrat

Fam.kdl.Nachr. 1966 S. 160       "+ 1862, Gubernialrat Triest"

Verwaltungsrat beim Statthalter.

Staß: Gubernator = Gouverneur, Statthalter.

Mack: Gubernal (lat.) = Lenkstange am Fahrrad.

Dud.(1915): Gubernal = Lenkstange,

           Gubernator = Steuermann, Statthalter.

 

Gufener, guffener, guffer

von gufe, glufe, nach Grimms Wb. V: Stecknadeln, Hafteln;   dagegen nach Poppe, Geschichte der Technologie: Nähnadeln.

Also soviel wie   Nadler,  Nadelmacher  (Bücher)  

 

Guldenschriber

       Nebinger:“28.7.1506 Joh.Ingrien aus Eystet, der Guldenschriber“

       Grimm: 15.-17. Jh. häufig als titel für schreiber, schreib- u.rechenlehrer.

       Ursprünglich: illuminist, ... „...er kondt die gelegte, die gebrochene, die currentschrift ...    

       wie ein dintenklittriger guldenschreiber und schlangenzuegmaler ...“

     

Gülden-Zöllner

Fg.Such-u.Anzeigenblatt 1927 S. 97         "kurpfalzbayr. Gülden-Zöllner,  * 1733"

Gr.: Guldenzoll = Zoll im Betrage eines Guldens oder vom Guldenwert einer Ware.

Woss.: Gülde = regelmäßige, meist jährliche Zahlung, Hebung, Rente.

Adelg.: Gülte = ein gewisses Einkommen von Grundstücken; ein Zins, welchen ein Besitzer dem Grundherrn für den Nießbrauch ... zu entrichten verbunden ist."

 

Gulder

Ribbe-Henning S. 277             Vergolder.

Mens.: guld = gold

Schm.: gulden = golden

Gr.: guldner = pfründner.

 

Gulichter, gudelichter, gudelit(d)er, gulliechter, guliecher,

gulister, der Unschlittlichter gießt.

v.Frisch, Wb. I erklärt: Gaulicht oder Golicht, candela sebacea, ein Inschlitt-Licht im Gegensatz zu cerei, die mehr in den Kirchen gebraucht werden, candela sebacea, aber außer den Klöstern u. Kirchen im Gau unter den Layen. (Bücher)

Genealogie 1963 Heft 2 S. 399          Hersteller von Unschlittlichten.

vergl. Gaulichter (I/36)!

"in der Kirche habe man früher nur Wachskerzen (cerei) verwendet, das schlechtere Talglicht (candela sebacea) sei den Leuten im Gau, auf dem Lande überlassen worden."

Verd.: Gaulichter = Gulichter = Kerzengießer

Lex.: gol-licht = unschlittlicht.

 

Gülzenschneider

B.B.Weimar 1670

       "     "    1683   Gölzenschneider.          Kastrierer.

Wasm.: Golzer = Schweinekastrierer

Verd.: Golzer = Schweineschneider.

Bergh.: Geltensnider = Schweineverschneider.

Ad.: gölzen = verschneiden

    Gelzen = unfruchtbar machen, verschneiden, castrieren.         

 

Gumper

Geneal. 1964 Heft 1 S. 36

Borngräber, Brunnenmacher,

denn der Brunnen oder ein Wasserloch heißt hier "Gumpe."

Verd.: Gumpenmacher = Pumpenmacher

Lex.: gumpe = wasserwirbel, tiefe Stelle in einem Gewässer.

 

Gürtler, Gürtner

Potthoff S. 105, 114: Bild der Gürtlerwerkstatt: Werkstoff: Leder

Arbeitsprodukte: Gürtel, Taschen.

Hersteller von Gürteln. Da aber die Schnalle u. manche Verzierungen aus Metall waren, besteht eine Verbindung zum Metallgewerbe. Vielfach haben die Gürtler die Metallteile selbst hergestellt. Als der Gürtel aus der Mode kam, widmeten sie sich mehr u. mehr der Metallverarbeitung.

rêmensleger = Riemenschläger

gördelmaker = Gürtelmacher (Holmberg)

siehe auch Gördeler!

Die lübecker G. lieferten Männer-, Frauen- u. Kinderriemen. Die Beschläge zu den Gürteln fertigten die G. in Lübeck selbst.

Handbuch d.Berufe: Teilweise auch Bronzeur, Bronzewarenerzeuger oder Messingschlosser genannt. Ursprünglich Lederarbeiter bis der metallene Gürtelverschluß zur Metallverarbeitung führte. Als wichtiger Handwerker, der die Wehrgehänge u. Gürtel der Ritter fertigte, mit Metallbeschlägen verzierte usw., tritt er bereits im Frühmittelalter hervor. Später wandte er sich anderen Metallbearbeitungen zu, wie Messingfassungen, Beschlägen, Schnallen, Ziernägeln ... u. wurde so dem Klempner berufsverwandt.

Stettiner Bürgerliste 1783: Gürtner.

Bahlow: Gürtner, wohl Variante z. Gürtler.

Staß-Stein: Gürtler (Görtler): Gelbgießer, Spengler, Klempner.

 

Güterbeschauer

F.Such-u.Anzeigenblatt 1925 S. 36         "kgl.sächs.Güterbeschauer"   * 1793

Gr.: im 18. Jh. gebräuchlich: eine vereidigte Person, welche die Güter, d.i. die Waren beschauet, "Visiteur."

Brockh. 84: Güterbeschauer heißen in einzelnen Gegenden Deutschlands Beamte, welchen die Besichtigung u. Registrierung abgabe- und kontrollpflichtiger Gegenstände obliegt.

 

Güterbestetter

Spediteur (Haem.)

Duden: Güterbestätterei

vergl. Besteder!

 

Güterbodenarbeiter

v.Kempen S. 61; 1005:   "G., später Hülfsbremser in Holzminden."

Arbeiter auf dem Güterboden: Annahme, Verladung u. Auslieferung von Stückgut. (Auskunft Bundesbahn)

 

Gütler

Fam.kdl.Nachr. 1965 S. 57   "Gütler, Berolzheim, 1724"

Verd.: Inhaber eines kleinen Gutes

Gr.: Besitzer eines Bauerngutes.

 

Gutsmeister

Hintze S. 16:   "Gutsmeister in Säter, zog 1644"

wahrscheinlich: Gutsmeier, Gutsverwalter.

 

Gutzker

    Kutscher (Gebh. 1621)    s.d.!

 

Gutzscher

B.B.Cölln:   Kutscher      s.d.!

 

Gwelwer

Gerescher S. 80   "ihr Geschäfte war das Gwel (Gewölbe)"

   Einzelhändler,   Geißler,    Kleinhändler.

 

Gymnasiarch

Reccius S. 33          "Ruland wurde 1497 Rektor u. Gymnasiarch der Universität Erfurt."

Lat.: gymnasium = Turnanstalt, mittell. Hochschule

Gymnasiarchus = Leiter der Turnanstalt, der Hochschule.

 

Gyseler

Geißelmacher.

Das Wort kommt in den Bedebüchern seit 1320 regelmäßig u. bis 1428 so oft vor, daß man Bedenken tragen muß, es mit den Flagellanten in Beziehung zu bringen, die in Deutschland doch erst 1348 auftreten. (Bücher)

Gyseler, Geiseler = Viehhändler (Haem.)